close

I can only understand what I draw

Die künstlerische Arbeit begann mit seiner Reise auf einem Frachtschiff von Rotterdam in den Norden von Norwegen, eine Entdeckungsreise, auf der er die Abläufe auf einem schwimmenden Warentransportmittel beobachtete. Im nächsten Schritt entstanden Zeichnungen auf denen Martin Schepers die Strukturen und verschiedenen Ebenen des Schiffs aufgliederte. Keine reine Dokumentation seiner Beobachtungen, sondern die allmähliche Abstraktion aus der subjektiven Wahrnehmung heraus, die mit der dreidimensionalen Komposition ihren Abschluss gefunden hat. Mit diesen klaren Abstraktionsschritten und der finalen Formfindung in Gestalt einer mehrteiligen Installation demontiert Martin Schepers die nach außen hoch technisierten wirtschaftlichen Bedingungen unserer industriellen Gegenwart zu einem reinen Formgebilde. Und mit dieser Formfindung verknüpft Martin Schepers eine These aus der Technikphilosophie. In Auseinandersetzung mit Ernst Kapps 1877 aufgestellter These der "Organprojektion" lässt sich jeder technische Apparat in Relation zum menschlichen Körper setzen, davon ausgehend kann ein Containerschiff als Abbild des menschlichen Organismus gedeutet werden. So zielt Martin Schepers schließlich auf die differenzierte Hinterfragung und Sichtbarmachung dieses "Körpers" und seiner Funktionen. Katharina Groth, Pressetext OZEAN, 2014