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Ortsbohrungen

Die Gruppenausstellung Ortsbohrungen widmet sich der künstlerischen Erforschung von Orten – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Ausgangspunkt ist die Bohrung als Metapher und Handlung: als Eindringen in Schichten von Raum, Geschichte, Erinnerung und Materialität. Statt Orte zu besetzen oder Spuren zu hinterlassen, suchen die Arbeiten die Verbindung zu einer Umgebung. Sie horchen, tasten und reagieren auf räumliche, soziale und historische Gegebenheiten. So entstehen komplexe Auseinandersetzungen mit Landschaften, Architekturen und Erinnerungsräumen, die unter der sichtbaren Oberfläche verborgen liegen. Martin Schepers hat sich in seiner Werkreihe mit dem Zyklus des Mülls beschäftigt. Eine mehrmonatige Recherche in einer der größten Müllverbrennungsanlagen Deutschlands hat zu einer malerischen Auseinandersetzung geführt, bei der es nicht darum ging, den Ort an sich abzubilden, sondern die parallele Erscheinung von Ekel und Pathos, wie sie diesen Räumen zu eigen ist, darzustellen.